Content Management Systeme – Teil 2: CMS und Unternehmensstrategie

In der Reihe “Content Management Systeme” widme ich mich einigen zenrtalen Fragestellungen rund um diese Thematik.

Nachdem ich im ersten Teil eine kurze Definition des Begriffes vorgenommen habe, widme ich mich im zweiten Teil der Frage, wo und wie Content Management Systeme innerhalb der Unternehmensstrategie positioniert werden.

Die Unternehmensstrategie stellt eine Entscheidung über die Kombination von Verfahrensweisen und Zielen dar, die von einem Unternehmen eingesetzt werden, um sich am Markt zu behaupten. Unternehmensstrategien sollen kurz‑, mittel‑ und langfristig die unternehmerischen Aktivitäten ganzheitlich aufeinander abstimmen, eine optimale Allokation der Ressourcen gewährleisten und letztendlich den Unternehmenserfolg nachhaltig sichern. Im Informationszeitalter wird dabei die Informationsstrategie immer wichtiger, unter der alle Ziele und Maßnahmen verstanden werden, „die im Rahmen des Informationsmanagements für die Unterstützung der Wettbewerbsstrategie erforderlich sind“ (Becker und Schütte 2004, S. 48) – insbesondere auch die Bereitstellung der notwendigen Informationssysteme. Zu den Hauptaufgaben zählt die Gestaltung der Softwarearchitektur sowie Entscheidung über die Beschaffung und Integration von Software, also insbesondere auch die Beschaffung und Integration von Content Management Systemen (Becker und Schütte 2004, S. 49; Schütte und Vering 2004, S. 14).

Content Management Systeme als integrale Komponente eines Informationssystems

Der Begriff Informationssystem (eigentlich Informations‑ und Kommunikationssystem) wird in der unterschiedlich definiert (eine Übersicht verschiedener Definitionen findet sich bei Ferstl und Sinz (2001, S. 8 f.). Hier legen wir die Definition zugrunde, dass ein Informationssystem ein offenes System zur Verarbeitung des Produktionsfaktors Information mit dem Ziel der optimalen Informations‑ und Kommunikationsbereitstellung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist (Becker und Schütte 2004, S. 776; Krcmar 2000, S. 20).

Abbildung 1 : Schalenmodell des Informationssystems (Becker und Schütte 2004, S. 33; Schütte und Vering 2004, S. 23)

Abbildung 1 : Schalenmodell des Informationssystems (Becker und Schütte 2004, S. 33; Schütte und Vering 2004, S. 23)

Informationssysteme können weiter unterteilt werden in automatisierte und nicht automatisierte Teilsysteme. Das automatisierte Teilsystem wird unter dem Begriff Anwendungssystem zusammengefasst, bei dem technische Aspekte im Vordergrund stehen. Die Unterscheidung ist wichtig, um deutlich zu machen, dass Informationssysteme die technische Seite (das Anwendungssystem) und die Anforderungen der Nutzer zielgerecht vereinen müssen (Becker 1999, S. 550; Ferstl und Sinz 2001, S. 3 f.). Das Anwendungssystem kann weiter differenziert werden in ein Hardware‑ und ein Softwaresystem. Das Softwaresystem lässt sich weiter untergliedern in Systemsoftware (auch Basissoftware genannt) – zu dieser gehören systemnahe Softwaresysteme zum Betrieb eines Computers, zur Steuerung und Überwachung von Anwendungssoftware und zur Bereitstellung von Diensten und Funktionen für diese – und Anwendungssoftware – Software zur Bearbeitung betrieblicher Problemstellungen. Abbildung 1 verdeutlicht die Zusammenhänge im sogenannten Schalenmodell des Informationssystems. Ein Content Management System stellt eine spezielle Anwendungssoftware dar. Diese kann entweder als Standardsoftware (in der Regel fremdbezogen) eingekauft werden oder als Individualsoftware speziell für die Bedürfnisse im Unternehmen erstellt werden. Die Entscheidung zum Einsatz von Standard- oder Individualsoftware zieht sehr unterschiedliche Konsequenzen nach sich, die im vierten Teil näher beleuchtet werden.

Literatur

Becker, J.: Informationsmanagement. In: Betriebswirtschaftslehre. Hrsg.: Corsten, H.; Becker, J. 3., vollst. überarb. u. wesentlich erw. Aufl.,  München u. a. 1999.
Becker, J.; Schütte, R.: Handelsinformationssysteme. 2. Aufl., Frankfurt/Main 2004.
Ferstl, O. K.; Sinz, E. J.: Grundlagen der Wirtschaftsinformatik. 5., überarb. und erw. Aufl., München u. a. 2006.
Krcmar, H.: Informationsmanagement. 2., verb. Aufl., Berlin u. a. 2000.
Schütte, R.; Vering, O.: Erfolgreiche Geschäftsprozesse durch standardisierte Warenwirtschaftssysteme. Marktanalyse, Produktübersicht, Auswahlprozess ; mit 18 Tabellen. Berlin u. a. 2004.

Konzeption

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