Content Management Systeme - Teil 3: Gründe für den CMS-Einsatz
Inhalt der CMS-Reihe
Wer schon einmal bei einer Agentur angefragt hat, wird wissen: ein Content Management System ist nicht unbedingt günstig. Daher stellt sich natürlich die Frage, ob es sinnvoll ist ein CMS für die eigene Seite einzusetzen. Ganz grundsätzlich läuft diese Betrachtung immer darauf hinaus, dass man eine kurzfristige Kostenersparniss einer langfristigen Einsparung gegenüberstellen muss. Ich möchte hier einfach ein paar Denkanstöße geben, die bei der Entscheidung hilfreich sein können. Man kann diese Entscheidung nie pauschal fällen, sondern muss immer seine individuellen Determinanten berücksichtigen.
- Dein Internetauftritt hat sehr viele statische Inhaltsseiten?
- Es gibt dynamische Inhalte, die regelmäßig aktualisiert werden müssen?
- Aktualisierungen sollen intern durchgeführt werden können, ohne das technisches Know-How erforderlich ist? Auf Externe soll verzichtet werden?
- Die Inhalte befinden stehen in einer hierarchischen Beziehung zueinander?
- Es gibt unterschiedliche Sprachversionen und die Inhalte sollen mehrsprachig gepflegt werden können?
- Der Auftritt soll spezielle Module enthalten, die programmiert werden müssen (Online-Shop, Umfragen, Suchfunktion, Loginsystem, CRM)?
- Soll die Möglichkeit bestehen, die Webseite später einfach um weitere Funktionalität zu erweitern?
- Wird die Webseite von mehreren Personen gepflegt?
Je mehr Fragen mit “Ja” beantwortet werden können, desto sinnvoller erscheint der Einsatz eines CMS. Schauen wir uns dann noch ein paar Vor- und Nachteile an.
Vorteile
- Eigenständige und einfache Bearbeitung der Seiteninhalte
- Schnelle Aktualisierung und Erweiterung der bestehenden Inhalte
- Wiederverwendung der Inhalte für unterschiedliche Ausgabemedien
- Mehrbenutzerfähigkeit (Arbeitsteilung, Workflows)
- Einfache Erweiterbarkeit
- Trennung von Code, Design und Inhalten
- Konsitentes Design
- Automatisierung vieler Standardaufgaben
- Bei entsprechendem Umfang des Internetauftritts langfristig günstiger
Nachteile
- In der Anschaffung meist teurer
- Längere Entwicklungszeit, stark davon abhängig, ob Standard- oder Individualsoftware (s. Teil 4 der Serie, folgt in Kürze)
- Die Anforderungen an den Webserver sind höher, damit verbunden sind höhere Kosten
- Die Pflege bedarf unter Umständen Basiswissen in Seitengestaltungssprachen (HTML, CSS)
- Oft mangelnde Unterstützung, z. B. in Form von Schnittstellen, von vorhandener, nicht im System enthaltener Software.
Und im eSport?
Wenn man sich die Webseiten im eSport so anschaut, dann fällt auf, dass diese zumeist einen enormen Funktionsumfang haben; häufig wesentlich höher als bei “normalen” Internetseiten. Hinzu kommen ganz spezielle Features, die nur hier eingesetzt werden können, zum Beispiel ein Matchsystem. eSport-Webseiten sind fast immer auch kleine Communities, kaum eine Seite kommt ohne ein Forum daher. Damit ist der Einsatz eines CMS im Grunde unumgänglich. Jetzt habe ich aber geschrieben, dass Content Management Systeme nicht gerade günstig sind. Was macht man also, wenn man nicht das nötige private Kleingeld oder entsprechende Sponsoren hat?
Eigenentwicklung
Möglichkeit eins ist die Eigenentwicklung, dafür muss man natürlich jemanden in seinen Reihen haben, der dazu in der Lage ist. Man muss lange warten, bis das System fertiggestellt ist und selbst dann wird wahrscheinlich noch viel Arbeit auf einen warten, denn so ein System ist komplex und Fehler sind nicht immer offensichtlich. Der Zeitliche Aufwand ist enorm groß. Mehr dazu auch in “Content Management Systeme - Teil 4: Standard- vs. Individualsoftware”.
Freie CMS
Die zweite Möglichkeit ist der Einsatz eines freien CMS. Hier gibt es spezielle Systeme, die auch die Funktionalität bieten, die im eSport erforderlich ist. In meinem Artikel “Content Management Systeme - Teil 6: CMS für den eSport” habe ich einige System aufgelistet. Auch hier ist die Gestaltung nicht immer einfach und ganz ohne technisches Know-How kommt man nicht weit.
Kleine Agenturen
Die dritte Möglichkeit ist es, sich an Agenturen zu wenden (eine Auflistung von eSport spezifischen Agenturen findet sich im Artikel “Webdesign-Unternehmen spezialisiert auf eSport“). Es gibt ein paar Agenturen, die sich speziell auf die eSport-Branche konzentrieren. Das sind zumeist Personen, die nebenberuflich arbeiten. Diese sind wesentlich günstiger als “professionelle” Agenturen. Die Abstriche, die man als Kunde machen muss sind meist gut in Kauf zu nehmen, vor allem, wenn man sich anguckt, was sich am Markt so alles professionell schimpft. Im Artikel “Content Management Systeme - Teil 6: CMS für den eSport“findet sich auch eine Auflistung von kommerziellen CMS kleiner Agenturen.

















xwolf, 14. August 2008 um 15:42 Uhr
Als Nachteil sollte eines nicht unerwähnt bleiben:
Viele Systeme erlauben zwar spezielle Module, die programmiert werden müssen (wie oben genannt: Online-Shop, Umfragen, Suchfunktion, Loginsystem, CRM, etc.), aber nur die allerwenigsten unterstützen die Übernahme und Einbettung bereits vorhandener Onlineanwendungen welche möglicherweise sogar in einer anderen Programmsprache geschrieben worden.
Olli, 14. August 2008 um 16:00 Uhr
Stimmt, Schnittstellen sind allerdings Mangelware. Werd das noch übernehmen. Danke für den Hinweis.