Hat WoW seinen Zenit überschritten?
Bisher galt Blizzard immer als Garant für frische Ideen und innovative Spielkonzepte. Warcraft – Orcs and Humans gehört zusammen mit Dune und Command & Conquer zu den ersten Echtzeit-Strategiespielen, Diablo hat das Hack & Slay Genre definiert und Starcraft setzt bis heute noch Maßstäbe im eSport.
Auch die zwei letzten WoW-Addons konnten dem Spiel immer wieder mit frischen Ideen neues Leben einhauchen. Zu den Highlights zählen die Flugmounts und heroischen Instanzen aus dem ersten Addon „Burning Crusade“ und die neue Todesritterklasse in „Wrath of the Lichking“. Auch zwischen diesen Addons wurden die Spieler regemäßig mit neuen Instanzen, Quest, Gegnern, Gegenständen, Grafiken und Storylines versorgt.
In letzter Zeit scheint die ehemals unerschöpfliche wirkende Kreativität der Blizzard-Designer aber merklich nachzulassen. Erkennbar ist dies am immer häufiger vorkommenden ‘Recycling’ alter Inhalte. Angefangen hat dieses Phänomen mit der Wiederverwertung der Instanz „Naxxramas“ aus dem ursprünglichen Hauptspiel im aktuellen Addon „Wrath oft he Lichking“. Nachdem der Patch 3.1 mit der Instanz „Ulduar“ noch einmal für ein wenig Abwechslung sorgte, entpuppte sich der letzte Patch 3.2 für viele Spieler als herbe Enttäuschung. Zum einen liegt dies an der äußerst unlogischen Hintergrundgeschichte die sich wie folgt zusammenfassen lässt:
„Die Ritter des Argentumkreuzzugs bauen im Krieg gegen die Untoten-Armee der Geißel mitten im Feindesland, nur einen Steinwurf von der Festung des ach-so-gefährlichen Lich-Königs Arthas entfernt, ein Kolosseum und vollziehen dort lustige Ritterspielchen, bei denen sich die größten Helden des Landes gegenseitig umbringen anstatt gegen die Geißel zu kämpfen“.
Zum anderen entpuppte sich das „Kolosseum“ als ziemlich langweilige kreisförmige Arena und die Gegner die dort auf einen warten sind allesamt nur etwas in der Größe skalierte Kopien bereits bekannter Monster. Blizzards Versuche, die unspektakulären Inhalte zu vermarkten („ihr kämpft nicht gegen einen sondern gegen ZWEI Riesenwürmer!!“), sorgten im offiziellen Forum für viel Spott und Häme von Seiten der Fans. Für den nächsten Patch hat Blizzard nun angekündigt zum 5-Jährigen Jubiläum den aus dem „Ur-WoW“ bekannten Drachen „Onyxia“ neues Leben einzuhauchen. Pure Nostalgie oder dröges Recycling alter Inhalte?
Am Wochenende ging nun Blizzards Hausmesse „Blizzcon“ zu Ende, inklusive der Ankündigung des dritten WoW Addons „Cataclysm“. Der aktuelle Trend scheint sich fortzusetzen. Anstatt einen neuen Kontinent zu kreieren, wie es bei den bisherigen Addons der Fall war, verspricht Blizzard eine Neuauflage der alten Welt. So spart man sich viel Arbeit bei der Erstellung neuer Zonen, Grafiken und Animationen. Auch bei den restlichen Features lässt Blizzard echte Highlights vermissen. Eine neue Klasse? Fehlanzeige! (Vermutlich weil das Balancing einer weiteren Klasse zu aufwendig ist). Neuer Kontinent? Nada! Neue Talente? Nichts dergleichen, wobei Blizzard mit dem „Pfad der Titanen“ und dem Mastery-System alternative Weiterbildungsmöglichkeiten plant zu denen die Informationslage aber noch mehr als dürftig ist. Der Trend dazu einfache und ohne großen Aufwand erstellte Inhalte zu veröffentlichen scheint unverkennbar.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Ist Blizzards Kreativpotenzial in Bezug auf WoW bereits erschöpft? Ich vermute eher dass der Grund woanders liegt. Gerüchten zufolge arbeitet Blizzard bereits seit einiger Zeit an einem neuen, bisher noch nicht angekündigten MMO. Wenn diese Gerüchte stimmen liegt es nahe, dass Blizzard die kreativen Köpfe die WoW zum Millionenseller gemacht haben abzieht und an das neue Projekt setzt. Bleibt zu hoffen, dass dieses neue Projekt dann auch wirklich neue Maßstäbe im Genre setzt und WoW nicht vollkommen zum Auslaufmodell degradiert wird.
















Bernd, 28. August 2009 um 12:54 Uhr
Wenn interessiert schon WoW…StarCraft 2 und Diablo 3 werden die wahren Kracher!
Adamanski, 28. August 2009 um 12:56 Uhr
WoWs Zeit ist einfach vorbei….und das ist auch gut so!
Martina S., 13. Februar 2010 um 21:37 Uhr
Habe mal einen Ratgeber gesehen, der sich damit beschäftigt hat mit den Problemen, die sich bei zu vielen WoW spielen ergeben. Habe mir da nur gedacht, ob man wirklich so ein Spiel braucht, was wie eine Droge wirkt.
Christine D., 16. August 2010 um 11:40 Uhr
Was richtig Neues kommt bei WoW leider wirklich schon lange nicht mehr. Meine Söhne haben das alle gespielt und ich hab auch die Begeisterung gefunden, da es wirklich ein kreatives und unterhaltsames Spiel war, aber jetzt wird es langweilig.