Schwächeln die PC-Spiele nun auch in Deutschland?
Deutschland ist seit je her ein starker Markt für die PC-Spielebranche. Der Anteil der verkauften PC-Titel am Gesamtumsatz der Videospielindustrie, war in Deutschland immer überproportional groß im Vergleich zu anderen wichtigen Absatzmärkten wie den USA oder dem Vereinigten Königreich. So waren 2004 noch über 2/3 aller der in Deutschland verkauften Videospiele für den PC. Seit einigen Jahren aber verliert der von uns so heiß geliebte PC immer weiter Anteile. Im Gegenzug haben vor allem die Handhelds sehr stark zugelegt, die Verkauften Konsolenspielen pendeln seit einigen Jahren hingegen immer um 27%-29%.
Aktuell entfallen “nur” noch 47% der verkauften Titel auf den PC, das ist zwar noch immer eine stolze Zahl, aber leider auch über 20% weniger als noch vor vier Jahren.
Wie aber lässt sich diese Entwicklung erklären? Zuerst einmal muss man anmerken, dass der gesamte Videospielmarkt in den vergangen Jahren extrem gewachsen ist, die Umsätze und Stückzahlen kräftig zugelegt haben. Wie bereits in einem anderen Artikel von Olli angemerkt wurde, kommt das Thema Gaming immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an, findet die Akzeptanz, die wir uns alle wünschen.
Ein wichtiger Grund dafür sind die zuletzt immer stärker werdenden “Casual Games”: Alt und Jung können sich für die intuitiven und teils so ganz anderen Spielkonzepte begeistern. Aber auch die weiblichen Gamer werden immer mehr. Vor allem die Handhelds scheinen es dem schönen Geschlecht angetan zu haben.
Als Grund für die Schwäche der PC-Spiele, kann also die Stärke anderer Videospielbereiche genannt werden. Die Hersteller werden hier aber sicherlich auch als wichtigen Grund das Raubkopierproblem im PC-Bereich anführen. Aber ist dies wirklich ein derart großer Faktor? Das ist wohl nur schwer abzuschätzen und viele Studien dienen hier bestimmt vor allem den Herstellern. Nichts desto trotz ist das Raubkopieren eines Spiels natürlich kein Kavaliersdelikt!
Ein wichtiger Faktor fehlt allerdings in diesen Statistiken, die ja nur die verkaufen Datenträger zählen. Nämlich die extrem beliebten MMORPGs, die sich bisher quasi komplett auf dem PC befinden. Die hier umgesetzten monatlichen Abogebühren sollten ein nicht zu unterschätzender Batzen sein, genaue Zahlen sind mir hier allerdings leider nicht bekannt.
Mögen Konsolen und Handhelds also immer weiter wachsen, ich mag den Pc als Spieleplattform noch immer am liebsten. Auch können wir uns wohl damit trösten, dass in Zukunft der PC immer wieder die Konsolen in Sachen Leistung in Grafikpracht abhängen wird. Und seien wir doch mal ehrlich, ein wirklich guten Shooter spielt sich nun einmal am besten mit Maus und Tastaur!
Quelle: Marktzahlen 2008 Computer- und Videospiele

















mac, 28. August 2008 um 13:50 Uhr
Sehr interessant. Ähnliches ist mir auch auf der Games Convention aufgefallen, wo der PC als Präsentationsgerät immer weiter von Konsolen verdrängt wird.
Sicherlich ist auch interessant, inwiefern sich Konsolen den PCs annähern. Surfen, Chatten etc. sind ja schon möglich. Dank USB wären Tastatur und Drucker sicherlich auch schnell angeschlossen und die Konsolen könnten auch hier punkten.
Aleks, 31. August 2008 um 13:58 Uhr
Ich habe in meinem Blog mal einen Artikel zu dem Thema geschrieben: http://www.aleksmaksimow.de/2008/08/31/pc-spielemarkt-lasst-nach/
Jan, 31. August 2008 um 20:36 Uhr
Ich hab dir da mal geantwortet. An dieser Stelle möchte ich aber noch darauf hinweisen, dass der PC Markt sehr darunter leidet, dass viele großartige Konsolentitel nur sehr spät, ziemlich schlecht, oder gar nicht für den PC umgesetzt werden. Ein Gears of War 2, God of War, Soul Calibur IV oder Star Wars: The Force Unleashed würden sich bestimmt auch auf dem PC sehr gut verkaufen.
Aleks, 1. September 2008 um 0:14 Uhr
Ja da muss ich dir recht geben, es war damals schon sehr störend das man recht lange auf z.B. GTA warten musste.