Suchtspiel World of Warcraft: Drohen Blizzard bald erste Klagen?
Gestern lief eine Reportage über Computerspielsucht auf ARD. Gezeigt wurden Porträts zweier Spieler, die auch der größte Skeptiker eindeutig als süchtig bezeichnen würde. Wer die Beerdigung der eigenen Schwester verschläft, weil er vorher 72 Stunden durchgezockt hat kann einfach nicht völlig gesund sein. Ebenso gezeigt wurde ein Elternpaar deren Sohn der Spielsucht verfallen ist und die seither ein Selbsthilfeforum im Internet betreiben. Verbindendes Element zwischen den beiden Spieler und den vielen weiteren Fällen, welche den Eltern auf ihrer Seite offenbart werden ist ein Spiel – World of Warcraft.
Wie entsteht die Sucht?
Jeder von uns der WoW schon einmal gespielt hat, oder auch nur jemanden kennt der es spielt, weiß wohl ganz genau welche enorme Suchtwirkung von diesem Spiel ausgehen kann. In dem in der ARD gezeigten Beitrag wurden extra Wissenschaftler befragt, um zu erklären wie die Suchtwirkung dieses Spiels funktioniert, aber ich denke man muss nicht studiert haben um das zu verstehen.
In WoW wird jede noch so kleine Aktion des Spielers umgehend belohnt, jeder Quest gibt Erfahrungspunkte, Gold und Ausrüstungsgegenstände, jeder Kampf gegen andere Spieler gibt Ehren- oder Arenapunkte, sogar das töten eines beliebigen Mobs bringt Rufpunkte und meist auch verwertbare Rohstoffe. Ständig lockt das nächste „Level Up“, die neue Fähigkeit, das unerforschte Gebiet, die neue Waffe oder das neue Rüstungsteil. Durch diese ständigen Belohnungen setzt das Gehirn solange man spielt ständig Glücksstoffe frei, der Spieler ist wie auf Drogen. In der Spieleindustrie nennt man dieses Hochgefühl den „Flow“ und kein Spiel kreiert diesen Flow bisher besser als World of Warcraft.
Sicherlich gab es das Phänomen des Flows auch schon lange bevor Blizzard WoW auf den Markt gebracht hat, allerdings mit einer entscheidenden Einschränkung. In herkömmlichen offline Rollenspielen ist irgendwann auch der letzte Quest gelöst, der Endgegner besiegt und das Spiel geschafft. Ein weiterspielen nach der Endsequenz ist meist nicht möglich, der Wiederspielwert ist aufgrund der bereits bekannten Spielinhalte oft gering, der Flow kommt damit selbstständig zum erliegen.
Moderne Onlinerollenspiele bieten aber die Möglichkeit das Spiel ständig zu erweitern und alle Entwickler machen davon auch ausgiebig Gebrauch. Ewig lockt ein neuer Patch die Spieler mit neuen Inhalten, ca. einmal pro Jahr überschwemmt ein Addon die Spieler mit einer Flut an neuen Aufgaben und Belohnungen. Meist sind noch längst nicht alle Ziele, die man sich mit dem Erscheinen des letzten Updates gesetzt hat erreicht, da wird schon das nächste installiert. Neue Inhalte werden bereits Jahre im Voraus geplant. Der Flow reißt niemals ab.
Suchtwirkung: Unerwünschter Nebeneffekt oder eiskalt kalkuliert?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Designer bei Blizzard sehr gut wissen wie das menschliche Gehirn funktioniert und ihr Spiel bewusst so konstruieren, dass es möglichst suchterregen ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist für mich das Rufsystem in WoW.
Es braucht 40.000 Rufpunkte bis man die allerhöchste Stufe erreicht hat. Einen normalen Mob zu töten bringt meist ungefähr 10 Rufpunkte. Durch reines „grinden“, also dem andauernden töten von Monstern ohne eigentlichen Auftrag, schafft man wenn man Anreiseweg zu den gesuchten Mobs, Respawnzeiten, eigene Downtime und auch die eigentliche Kampfzeit einrechnet ca. alle 30 Sekunden einen Mob, also pro Minute rund 20 Rufpunkte. Rechnet man das hoch braucht man also 2000 Minuten oder auch 33,33 Stunden um bei einer Fraktion Ehrfürchtig zu werden.
Zum Vergleich ein aktueller Ego-Shooter bietet einem Spieler in der Regel 10 bis 20 Stunden Spielspaß, ein Echtzeitstrategiespiel ca. 30 Stunden und selbst Rollenspiele mit ausgedehnter Handlung gelten wenn sie eine Spielzeit von 40 Stunden überschreiten schon als „Schwergewicht“. Zwar kann man hier einwenden das man durch Quests und Instanzen schneller an Ruf gelangt, allerdings muss man dabei einrechnen das ein Quest der z.B. 250 Rufpunkte gibt nur dann echte Zeitersparnis bringt, wenn man ihn in weniger als 13 Minuten abschließen kann und dass bei einem Instanzrun die Rufpunkte pro Minute durch Wartezeiten wie die Gruppensuche, AFK-Zeiten, Wipes usw. teilweise massiv gesenkt werden.
Ich kenne eigentlich niemanden dem Ruf Grinden in WoW wirklich Spaß macht, alle sehen es mehr als notwendiges Übel an um an die tollen Belohnungen zu kommen. Blizzard wird wohl schon länger wissen, dass viele Spieler Ruf farmen öde finden, aber warum bauen sie dann trotzdem immer wieder neue Fraktionen ins Spiel ein? Die Vermutung liegt nahe, dass man die Abonnenten einfach nur so lange irgendwie bei der Stange halten will, bis der nächste große Patch oder das Addon da ist, das echten Spaß verspricht. Der Flow darf halt nicht abreißen.
Was können die Folgen sein?
Man könnte sich also auf den Standpunkt stellen, dass bei Blizzard längst nicht mehr der reine Spielspaß im Vordergrund steht, sondern wissentlich alles versucht wird um seine zahlende Kundschaft psychisch abhängig zu machen und in diesem Zustand zu halten.
Dieses Verhalten erinnert mich ein wenig an die Zigarettenindustrie, von der ja auch bekannt ist, dass bewußt suchterregende Stoffe in den Tabak gemischt werden um die Raucher abhängig zu machen. In den USA sah sich diese Industrie bereits mehrfach mit massiven Schadensersatz Klangen von abhängig geworden Rauchern konfrontiert. Durch Berichte wie gestern in der ARD erhält das Thema Computerspielsucht immer mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft und ich frage mich wie lange es wohl dauert bis die ersten Suchtopfer Blizzard für ihren Zustand verantwortlich machen und verklagen? Sollte es einmal so weit kommen, stellt sich die Frage wie das Urteil wohl ausfallen würde und welche Konsequenzen für Blizzard und alle anderen Hersteller ähnlicher Produkte daraus entstehen?
Mehr Infos zur ARD Dokumentation findet ihr hier:
Spielen, spielen, spielen… – wenn der Computer süchtig macht (ard-digital.de)
Junkies im Monsterrausch (spiegel.de)
*Update*
Der in der ARD gezeigte Beitrag ist nun in der Mediathek verfügbar
In den Tagesthemen vom 20.08.08 findet sich erneut ein kurzer Beitrag zum Thema Spielsucht. Wieder wird World of Warcraft als Beispiel herangezogen. Es scheint so, als rückt das Thema immer weiter in den Fokus der Medien. Vielleicht kommt es nach der “Killerspiel”-Diskussion bald zu einer großen öffentlichen geführten “Spielsucht”-Diskussion?
Auch diesen Beitrag findet ihr in der ARD Mediathek (ganz am Ende nach dem Beitrag zur Games Conevention).

















Olli, 13. August 2008 um 13:56 Uhr
Gut, dass ich mit WoW nie angefangen hab. Für das Game hätte mein Tag gar nicht genug Stunden. Blizzard muss man hier schon Respekt zollen, die haben hier ein wirklich gutes Produkt erschaffen, sowohl aus betriebswirtschaftlicher als auch aus spieltechnischer Perspektive. Mögliche Konsequenzen für die Sozialisierung der Spieler sind natürlich kritisch zu begutachten.
Jake Krait, 13. August 2008 um 17:39 Uhr
Ein guter Beitrag und ein wirklich interessanter Blog. Weiter so.
Jim, 13. August 2008 um 18:01 Uhr
Vorallem zerstört WoW leider den eSport. Zu meiner CS-Zeit war ich auf Lans, Turnieren und sonstigen Treffen. Habe also auch “Real” Leute kennen gelernt. Viele Bekanntschaften haben mit WoW angefangen und sind seit dem weg vom Fenster, denn wer WoW spielt, hat keine Zeit mehr für andere Games. Dies beweisen auch weitere Recherchen.
Also ist die “WoW-Internetsucht” nicht nur ein Problem für Eltern, Politiker und co. sonder auch ein Problem für die Gamer-Szene und die dahinterstehende Industrie. Egal ob Webdesign, Server, Sponsoren usw… in WoW braucht man solche Dinge nicht wirklich. Denn das eigentliche “Auftreten” der Gilden wird im Spiel festgelegt. Wie gut sind die Charackter ausgerüstet? Darauf kommt es an. Wer hat die neusten Items und in welchen Chars sind richtig mächtig? Das sind die großen Fragen im WOW-Business. Eine wirklich gute Homepage oder gar Sponsoren… sowas braucht eine Gilde eigentlich nicht(sieht man auch nur ganz selten). Ein zweckerfüllendes Forum oder DKP-System reicht hier vollkommen aus. Und es dauert sicher nicht mehr lange, bis diese Zweckerfüllende Dinge auch Ingame eingerichtet werden, so dass WoW auch vom restlichen Internet vollkommen abgekapselt wird. Gutes Beispiel ist die in WoW eingeführte Voice-Funktion, um den WoW spielern eine alternative zu Teamspeak zu bieten.
Damals war ich Gelegenheitsspieler. Habe neben Counter-Strike auch gerne mal andere Games gespielt. War in Mapping-Foren aktiv und einige meiner CS:S-Funmaps werden heute noch gespielt. Spaß im TS, jeden Tag ein Funwar. Mit freunden Lans machen und neue Games austesten. Kooperativ und Deathmatch. Webseiten gebastelt, Berichte geschrieben und und und…
Nach meiner WOW Zeit war alles weg. Jetzt muss ich neu Anfangen. Habe keine Motivation/Lust mehr. Kann nurnoch an WoW denken. Musste aber aufhöhren. WoW ist ein gutes Spiel. Doch man macht einfach nichts anderes mehr.
sTk, 13. August 2008 um 18:01 Uhr
schonmal die 4 seiten wow regeln durchgelesen?
wer ein spiel kauft und süchtig wird ist selber schuld!
Jan, 13. August 2008 um 19:46 Uhr
Wenn du auf die EULA anspielst die habe ich in der Tat nicht komplett gelesen (wer macht das schon). Die Frage ist auch ob derart kleingedruckte Hinweise ausreichen um sich aus der Affäre zu ziehen. Wenn die Zahl der MMO-Süchtigen weiter zunimmt zieren die Spieleverpackungen vielleicht ja irgendwann ähnliche Warnhinweise wie die Zigarettenschachteln.
PsychoT, 13. August 2008 um 22:16 Uhr
Erstmal: guter Beitrag! Habe leider den Bericht im TV nicht gesehen, wäre sicher interressant, auch (oder gerade) weil die TV-Berichte fast immer nur Hetzparolen gegen die Games sind, vor allem die Berichte bei den Öffentlich Rechtlichen.
Zu WoW: Ich habs mal angetestet und finds ganz gut, es macht Spaß, man will mehr und immer weiter machen. Das dauert mir alles zu lang, da ich noch ein reales Leben habe, kann ich mir Zocken an sich eigentlich kaum noch leisten.
Sicher ist es bedacht und gewollt, die Spieler lange festzuhalten – jedoch würde es auch funktionieren, wenn alle nur 2 Stunden am Tag oder jeden zweiten Tag spielen würden. Jedoch gibt es Spieler, die es öfter spielen und damit schneller aufsteigen und bessere Items habe – mit denen “muss” man sich ja messen…. so fängts wohl an. Das Messen und Mithalten mit anderen Spielern…. Blizzard könnte/sollte vielleicht eine Spielzeitbregrenzung anbieten, d.h. nur XX Stunden pro Woche eingeloggt sein dürfen – gerade für Leute die sich nicht unter Kontrolle haben wär sowas hilfreich. Aber dann fühlen die sich bevormundet…. Teufelskreis.
im Endeffekt SOLLTE jeder auf sich selbst achten, und vor allem die Eltern auf die Kinder und die Freunde auf sich gegenseitig.
Olli, 13. August 2008 um 22:29 Uhr
Wer ganz schnell ist, der kann auf Phoenix eine andere Reportage sehen: http://www.phoenix.de/live_stream/721.6,22.htm. Nicht wundern, dass es z. T. um fischen geht
Bezirkskantor, 14. August 2008 um 1:21 Uhr
Sehr interessanter Beitrag, danke dafür.
Ich denke, Blizzard zu dämonisieren, ist falsch und schlägt in die gleiche Kerbe wie z.B. die Vorwürfe der Politiker an die Hersteller von Shootern. Du kannst das Spiel nicht verantwortlich machen für die Probleme des Spielers. Du kannst den Hersteller von Counter Strike nicht verantwortlich machen für den Amoklauf eines Zockers. Es wäre fast so als würde man den Inhaber eines hübsch dekorierten Ladens mit tollen Sonderangeboten dafür schelten, dass es Menschen mit Kaufsucht dorthin verschlägt. In einen überteuerten Scheißladen wäre der Süchtige ja nie hineingegangen.
Natürlich kann eine Sucht “herausgekitzelt” werden, natürlich versucht Blizzard – wie jedes gottverdammte andere Unternehmen auch -, die Kunden zu halten und ihnen ständig neue Anreize zu bieten. Das ist auch richtig so, die Abonennten bezahlen dafür. Es ist geradezu Blizzards Pflicht, immerzu Neues zu bieten.
Wer wirklich und offensichtlich WoW-süchtig wird (wo fängt Sucht an?), hat vorher nur nicht gemerkt, dass bestimmte Dinge in seinem Leben falsch laufen. Ich selber hab WoW auch schon “missbraucht”, stundenlang gespielt, abends und morgens, um mich abzulenken und das RL zu vergessen. Ich käme aber nie auf die Idee, WoW für mein Dilemma von damals verantwortlich zu machen. Ich spiele übrigens immer noch, finde es aber inzwischen einfach nur noch öde.
Stephan, 14. August 2008 um 2:28 Uhr
Niemand wird gezwungen die erste Kippe, das erste Bier oder das erste WoW zu konsumieren.
Ein Wochende auf dem Lande mit Lagerfeuer und echten Erlebnissen wirkt da manchmal Wunder. Und genau das müssen die Eltern eines Kindes leisten. Einbinden und fördern ist da die Devise.
Und ja, ab und an spiele ich auch gern ein Spielchen.Aber nix geht über eine gute und tiefgründige Unterhaltung (Gespräch) mit viel Lachen von Angesicht zu Angesicht.
Starreporter, 14. August 2008 um 13:26 Uhr
Ich habe das Game mal ausgetestet, ehrlich gesagt kann ich die ganzen Junkies nicht verstehen. Denn was hat das Spiel schon tolles? Ich werde es wohl nie verstehen!
Matthias, 14. August 2008 um 17:18 Uhr
Ich denke es ist nicht so einfach dies einfach mit ein paar Regeln abzuspeisen..
Das Spiel macht haufenweise Leute süchtig, und das muss denen einfach klar gemacht werden.. Natürlich hat der Hersteller das wenigste Interesse an sowas, aber dann muss man die einfach dazu zwingen..
Eventuell Spielsperre nach 24 Stunden Dauereinsatz oder so, dann würde man auch die ganzen Bots loswerden..
Bezirkskantor, 14. August 2008 um 18:36 Uhr
@Matthias: 100% dagegen. Jeder Mensch hat das Recht darauf, so lange zu spielen, wie er das gerne möchte. Deinem Ansatz zufolge müsste man Zigaretten, Alkohol, Fastfood, Sex, Autos und vieles mehr abschaffen/sperren, weil man diese Dinge missbrauchen kann.
Nichts gegen eine eingeblendete Warnung nach 24 Stunden oder andere Hinweise darauf, dass der Spieler nun doch schon seeehr lange vor dem Monitor sitzt. Aber eine Sperre? Niemals. Die Probleme eines süchtigen Zockers fangen nicht bei WoW an.
Nichts für ungut.
nobbs, 17. August 2008 um 14:44 Uhr
Ich habe die Dokumentation zwar selbst nicht gesehen, bin mir aber dennoch 99,99%ig sicher, das es eine weitere typische Hetze war gegen Spieler, Spielehersteller und Spiele selbst. Was anderes ist man bei Dokumentationen in den Mainstream-Medien ja nicht gewohnt.
Ich kann euch diesen Blogpost nur empfehlen. Da wird, wie ich finde, sehr gut zusammengefasst, wieso die Dokumentation nichts außer dem üblichen Spielehersteller-sind-schuld und Verbietet-alle-Spiele Argumenten bringt.
Den wenn wir mal ehrlich sind, Schuld daran das die Spieler süchtig werden, sind die Spieler selbst bzw. ihr soziales Umfeld. Denn das selbe passiert auch mit Zigaretten, Alkohol, Glücksspiel und vielen anderen Dingen. Und ich kann mich nicht erinnern, dass jemand mal einen Alkoholgetränkehersteller verklagt hat, weil er dadurch Alkoholiker wurde.
Rick, 26. August 2008 um 14:46 Uhr
Schönen guten tag,
Ich bn durch zufall hier gelandet und woltle auch mal etwas dazubeitragen.
ich schließe mich Jim mal etwas an habe auch viel cs wc3 u.s.w. gezockt, spiele immer noch wc3 und World of Warcraft, damit sind wir beim eigendlichen thema.
Ich habe dieses spiel seit anfang an, und spiele es immer noch zu anfang, war ich auch süchtig dannach habe 24 / 7 gespielt … hauptsache der beste sein. doch dann kamm vor 7 monaten die bundeswehr, seit dem ist wenig zeit zum spielen. nach 3 monaten habe ich auch eine neue freunidnn gefunden mit der ich nun glücklich zusammen leben ( über World of Warcraft ) was ich nur am WE gespielt habe. und seit den ganzen ereignissen bin ich ein gelegenheits spieler geworden, ich mache lieber meine webdesigns zu wow und anderen spielen.
Also im großen und ganzen, müssen eltern selber auf ihre kinder aufpassen, blizz zu verklacken bringt da garnichts, denn es sind immernoch die eltern die dafür verantwortlich sind, was ihre kinder spielen und wieviel.
Das wars dann erstmal von mir.
Mit Freundlichen grüßen,
Sascha
nighty, 4. September 2008 um 15:43 Uhr
Hallo,
hatte fast 20 Jahre eine gute Freundschaft. Dann kam irgendwann WOW auf dem Markt. Ich hatte im Laufe der Zeit keine Möglichkeiten mehr, meinen Freund vom Bildschirm zu holen. Über Familie, Politik, Kultur, Wirtschaft, Urlaub , Kneippen-Besuche und all die Dinge des Lebens konnte ich mit Ihm nicht mehr sprechen. Es ging nur noch um das Eine Thema. Welche Figuren kann ich wie einkleiden – und jetzt bin ich in dieser und jener Welt. Ich habe diesen und jenen Rang.
Nach einem Jahr gab ich auf – und musste diese lange Freundschaft aufgeben. Wie es Ihm heute geht, kann ich nicht sagen.
Freundlichen Gruß
nighty
Jan, 4. September 2008 um 23:34 Uhr
Solche Geschichten wurden seitdem ich diesen Artikel verfasst habe recht häufig an mich ran getragen. Es ist wirklich erschreckend zu sehen wie viele Leute ganz ähnliche Probleme mit Online Rollenspielen haben.
Ich kann dir hier nur empfehlen, auch wenn es schwer fällt, die Freundschaft auf keinen Fall aufzugeben. Du musst einfach immer wieder versuchen deinen Freund zu überreden wenigstens einen Abend in der Woche etwas zu unternehmen(Kneipe, Kino usw.) damit er nicht völlig den Boden unter den Füßen verliert.
Irgendwann kommt für jeden mal die Zeit nach WoW und ohne gute Freunde die zu einem stehen kann man dann in ein tiefes Loch fallen.
Also bloß nicht den Mut verlieren!
nighty, 5. September 2008 um 0:47 Uhr
Hallo Jan,
ein schier unmögliches Unterfangen. Vor der Arbeit – nach der Arbeit – dazwischen usw. fast tag- täglich habe ich versucht hier einen Ausweg für meinen damaligen Freund zu suchen. Selbst wie ich Ihm einen Urlaub mir seiner Frau spendieren wollte war nichts “mehr” zu machen. Ich musste nach „EINEM JAHR“ (fast täglich) dann auch an einmal! an meine Familie denken. Ich kann meine Familie nicht aufgeben um eine tief verbundene Freundschaft zu retten.
Da hätte dann seine Frau den Zeigefinger erheben müssen und klar zu verstehen geben – HALT! – JETZT MUSS SICH ETWAS ÄNDER. HAT SIE – ABER TO LATE.
Ich (wir) meine Frau … haben mit Ihm, seiner Frau – mit den Kindern gesprochen. Es half wirklich nichts mehr. Es gibt Grenzen. Diese hören spätestens dann auf, wenn das eigene Familien-Wohl auf dem Prüfstand gestellt wird.
Selbstverständlich bin ich teilweise über „BORDER-LINE“ gegangen. Aber möchtest du das Risiko eingehen, deine Familie zu verlieren?
Ich nicht – und deswegen war dann auch für mich (unserer Family) im Endeffekt der Zeitpunkt gekommen, dass alles ruhen zu lassen. So ist es eben. Menschen in dieser Situation sind nicht leicht abzubringen. Das können nur Psychologen. Auch das habe ich versucht. Mehrmals wurde in angeschrien mit dem Hinweis, dass keine Sucht bestehe. Geschrien hatte er so selten – bis ich Ihn von WOW abringen wollte. Du verstehst jetzt?
DAS IST EINFACH EINE SUCHT. Er hat bereits den Boden unter den Füßen verloren! Ich habe da keine Möglichkeiten mehr und möchte auch nicht mehr eingreifen.
Vielen Dank für deine Antwort
Freundlichen Gruß
Jan, 5. September 2008 um 10:28 Uhr
Das ist wirklich bitter,aber du hast vollkommen recht, du und deine Familie dürfen unter der Sucht deines Freundes nicht auch noch leiden.
Es sieht wirklich so aus als hättest du alles versucht um ihm zu helfen, aber solange er nicht von alleine einsieht dass er süchtig ist, besteht da eigentlich keine Chance.
Sollte er irgendwann einmal so weit sein (und das hoffe ich sehr), wird er sich bestimmt wieder bei dir melden.
Vielen Dank dass du hier deine Erfahrungen mit uns geteilt hast und für dich und deine Familie alles Gute!
Nastert, 6. Oktober 2008 um 20:11 Uhr
Ich habe mal wow gespielt. insgesamt waren das 130stunden. aber irgendwann habe ich dann auch eingesehen das es ein wirklich gefährliches spiel ist. ich habe nichts mehr für die schule gemacht und den ganzen tag nur vorm PC gesessen. gott sei dank hab ich das erkannt und spiele jetz nicht mehr
ich finde den leuten die wow süchtig sind müsste erlich geholfen werden. Sehr guter Bericht oben!
Sony, 10. Dezember 2009 um 14:01 Uhr
also ich spiele seit 3 jahren wow und ich muss echt sagen ich wünschte mir manchmal das mein internet abgeschaltet wird ich komme nicht alleine vom stuhl weg es sei den mein bruder möchte spielen dan reagier ich ziemlich aggressiv …aber irgendwie ist das dan wie wen man mich befreien würde ….ich wünschte mir ich hätte dieses spiel niemals ausgetestet ich habe letztens 2 tage durchgemacht mir gieng es sehr schlecht meine ohren fühlten sich so komisch und ich konnt nicht mehr richtig atmen auch das sehen fiel mir schwer…..vor einer woche ist mein pc abgeschtürzt und gieng nicht mehr an ich bekamm sofort panik und herzrassen…..ich habe nur noch an wow gedacht ud ein paar trennen flossen auch …ich habe den pc zur reperatur gebracht es dauert ca 3-4 wochen bis ich ihm wieder bekommen kann und ich bekamme andauenrd schweiß ausbrüche…wen ich nur daran denke das ich nach Hause gehe und nicht spielen kann …mein alttag ist so durcheinander …aber dafür habe ich mehr zeit für meine Freunde und kann l#änger draussen bleiben…gestenr kamm ein freund von mir vorbei und meinte das patch 3.3 raus sei und alles so geil ist ich wurde so wütend das ich meinen schrank demolierte …weil ich nicht spielen kann….diese spiel hat mein leben zerstört ….es ist eine gottverdammte virtuelle droge ….
….ich habe mir bereits 5 charaktere auf 80 gespielt und bekomme immer noch nicht genug ….dieses Spiel ist ein Fass ohne boden….es gibt kein ende.