Unternehmen im eSport: Linemax
Es ist schon gut zehn Monate her, seit wir die als Serie geplante Artikelreihe zu Unternehmen im eSport mit dem Beitrag über Thermaltake gestartet haben. Es war also höchste Zeit uns einer weiteren Firma zu widmen. Dieses mal geht es um einen der bekanntesten Gameserverhoster der schon seit mehreren Jahren im Geschäft tätig ist – Linemax.
Bekannt geworden ist Linemax vor allem durch seinem Engagement in der Counter-Strike: Source-Szene. Traditionell unterstützt das Unternehmen viele Clans mit unterschiedlich umfangreichen Sponsorings. Seit einiger Zeit wird nun auch vermehrt der französische und englische Markt mit Gameservern bedient.
Für das Gespräch haben wir den Gründer und Geschäftsführer Sebastian Ringel zu seinem Engagement im eSport befragt.
10 Fragen an Sebastian Ringel
1. Seit wann engagiert sich Ihr Unternehmen im eSport?
Wir sind bereits seit 2004 speziell im eSport tätig. Nach einer langen Durststrecke und vielen überwundenen Hürden, konnten wir uns zu einem etablierten Hoster entwickeln, wo die Qualität stark im Vordergrund steht. Durch den Zusammenschluss mit Clanparadise und Deluxe-Server konnten wir mit dem Know-How beider Unternehmen viele Vorteile erlangen. Seitdem konnten wir uns neuen Herausforderungen stellen und uns besser auf dem Markt positionieren.
2. Worin begründet sich die Motivation dieses Engagements?
Wir arbeiten jeden Tag gerne mit jungen Menschen zusammen. Wir stehen täglich vor neuen Herausforderungen und es wird einem nie langweilig vor zu wenig Arbeit. Es ist stets abwechslungsreich und in der Position in der wir uns befinden, können wir etwas bewegen.
3. Wo sehen Sie die besonderen Stärken des eSports?
Der eSport verbinden Menschen verschiedener Kulturen. Die Menschen werden nicht nach Aussehen beurteilt, sondern eher nach dem Charakter, welches aus meiner Sicht ein wichtiger Punkt ist.
An jeden INFG oder bei Gaming Events sieht man die Faszination zum eSport, der moderne Sport von morgen. Gamer wollen mit ihren Clans Ziele erreichen und scheitern auch oftmals wie im wahren Leben. Viele lernen aus den Fehlern und begehen diesen Fehler nicht noch mal.
Es ist extrem bewundernswert wie die ganzen Clans und Organisationen eine Struktur aufbauen in der sie miteinander viel Zeit verbringen.
4. Was ärgert Sie am meisten im eSport?
In der Gesellschaft ist eSport noch immer nicht vollkommen angesehen. Der eSport war bis vor Winnenden immer mehr angesehen und dann kam die traurige Tat von Tim K. Ich denke, dass dieses Thema breit in der Presse diskutiert wurde und enthalte mich nun hier.
Unternehmen im eSport
- 1. Thermaltake
- 2. Linemax
Zudem möchte ich Aufmerksam machen, dass es im eSport sehr viele Einzelkämpfer gibt. Oftmals fehlt die Zusammenarbeit der Teams. In vielen Fällen ist man nur auf die eigene Vorteile bedacht und es wird alles kurzfristig betrachtet. Heute top, morgen flop!
Gamer sollten die Situation realistischer betrachten, wenn Versprechungen gemacht werden, die nicht eingehalten werden.
5. Welchen Stellenwert messen Sie offline Events wie beispielsweise LANs und Messen bei?
Offline Events sind für mich sehr kostspielig und oftmals zu teuer für viele Gamer. Es ist natürlich eine schöne Sache seine Mitspieler aus dem Team im „Reallife“ kennenzulernen, aber ein ganzes Team auf eine LAN zu schicken verschlingt oftmals nicht weniger als 300-500 Euro. LANs beginnen vermehrt auszusterben dank der guten DSL-Anbindungen, wodurch das File-Sharing leichter gemacht wurde. Früher waren die LANs sehr vom File-Sharing geprägt, was viele vergessen.
Am schönsten sind immer noch die LANs im eigenen Keller!
Messen wie die Gamescom sind sehr wichtig für die Gamingszene, da dort viel Positives in den Nachrichten berichtet wird.
6. Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung des eSports in den kommenden zwei Jahren ein?
Durch die oben angesprochene soziale Einschränkung wissen viele Unternehmen nicht, welches Potenzial der eSport haben könnte. Allerdings denke ich, dass sich dieses Denken und das Bewerten Außenstehender in den nächsten Jahren zum Positiven ändern wird und der elektronische Sport damit an Akzeptanz gewinnt.
eSport ist von der Community abhängig, deswegen wünsche ich viel Einsatz der Beteiligten.
7. Was werden Ihrer Meinung nach die kritischen Erfolgsfaktoren in den kommenden Jahren für Ihr Unternehmen sein? Wie sehen Sie dabei die Rolle des eSport?
Die Prognosen sagen, dass das Wachstum des eSports hoch bleiben wird, aber wie sich der Gameservermarkt entwickelt, kann ich nicht genau sagen. Wir haben derzeit ein sehr hohes Level an Qualität erreicht, aber das kann auch ein Nachteil sein. In Zeiten der Krise wird mehr auf die Ausgaben geachtet und oftmals zu billigen Produkten gegriffen.
Da wir in einem hohen Preissegment sind, ist es oftmals schwer die Produkte zu verkaufen, aber aus eigener Erfahrung ist diese Phase nur kurzfristig. Der Sommer war ehrlich gesagt sehr hart für uns. Erstens war die ESL Saison vorbei, d.h. Umsatzrückgang und zweitens mussten wir trotz heißem Wetter Support geben.
Wir können leider nicht verstehen wieso so viele Anbieter die Ware unter ihrem Preis verkaufen, was nicht für Nachhaltigkeit spricht. Oftmals wird einfach nur das Wort „EPS“ verwendet, damit man anerkannt wird als „EPS-Hoster“, aber sehr oft verbirgt sich dahinter nur minderwertige Hardware. Ich will diese Thematik nicht pauschalieren, aber es gibt sehr viele schwarze Schafe in dem Segment. Wenn wir alle Kosten zusammen rechnen wie Hardware, Strom, Internet-Leitung und Personalkosten müsste man wenigstens diese Grenzkosten einnehmen.
Mit unserem Cupsystem http://cup.linemax.de wollen wir dem eSport etwas zurück geben. Wir hoffen, dass wir damit etwas Flair in die Szene bringen können.
Vielen Dank an die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer des Projektes.
8. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Unternehmens im eSport?
In Zeiten der Wirtschaftskrise ist eine solche Prognose natürlich sehr schwer. Meine Meinung ist, dass sich Qualität auf Dauer durchsetzen wird!
Alles andere bleibt abzuwarten und kontrolliert zu beobachten.
9. Was fasziniert Sie persönlich an diesem Thema?

Sebastian Ringel
Computerspiele vereinen Menschen aus aller Welt. Dieses globale Netzwerk aus Spielern, Clans etc. ist in so kurzer Zeit so groß geworden. Wenn man sich mal in Ruhe vor Augen führt wie der eSport heute aussieht und dazu vergleicht, wie er vor nur 10 Jahren aussah, ist das schon sehr beeindruckend. Manager, Organisatoren, Redakteure oder andere Jobs, die es gibt, haben sich ihr Handwerk größtenteils selbst beigebracht. Ich kenne viele Redakteure und Manager, die nichts dergleichen im beruflichen Leben machen oder erst Kurse für die jeweilige Aufgabenbewältigung belegt haben und dann erst in den eSport eingestiegen sind. Es kommt auch nicht selten vor, dass durch die Ausübung in dieser Branche der eigene Berufswunsch junger Leute geprägt wird.
10. Spielen Sie selbst online Computerspiele? Wenn ja, welche?
Durch Spiele wie CSS und Cod4 habe ich bisher einige Tage gut ausklingen lassen, da ich bei den Spielen einfach mal abschalten kann und nicht an den täglichen alltags Stress denken muss.
Daheim wird auch mal die Wii oder PS3 aufgebaut, aber das geschieht immer nur sporadisch mit Freunden.
















t1m0tizer, 31. August 2009 um 13:47 Uhr
Hallo,
kann Linemax nur empfehlen, nicht nur wegen der Qualität der Server. Auch weil der Suport einfach Klasse ist. Habe mich schon oft an Sebastian gewendet im IRC und habe stehts eine nette Antwort und schnelle Hilfe bekommen. Auch musste er mich schon in einer stundenlangen Diskussion ertragen und ist immer freundlich und nett geblieben.
Gruß t1m0tizer